HOW TO KILL AN OTHELLO

Fotos: Glenn Bristol

 

Blair Darby & daskunst – Dez. 2012 und Jän. 2013 – Theater Nestroyhof Hamakom

 

Mit: Jagos: Eri Bakali, Oktay Güneş, Alev Irmak, Bernhard Mrak, Susanne Rietz, Christian Strasser | Othello: Blair Darby | Desdemona: Jaschka Lämmert | Regie: Aslı Kışlal | Text: Blair Darby, Berk Kristal, Carolin Vikoler | Dramaturgie: Carolin Vikoler, Berk Kristal | Regieassistenz: Doro Joss, Berk Kristal | Musik: Uwe Felchle | Bühnenbild und Videoinstallation: Conny Zenk, Markus Liszt, MOTIONLAB | Tontechnik: Matthias Feldmann | PR: gamuekl | Grafik: Eva Schuster | Foto: Glenn Bristol | gefördert von Wien Kultur

 

Es war einmal ein Othello, der Jagos Intrige zum Opfer fällt. Es war einmal ein Othello, der seine Frau Desdemona aus Eifersucht umbringt…

“… Mohr … treuherzig, zutraulich, tapfer und bieder; dennoch … Abkunft … reißenden Thiere … Ein langer Aufenthalt in den gebildeten Staaten Europens unterdrückte die angestammte Wildheit des Südländers … In seiner Eifersucht tritt sie wieder ganz in ihrer Nationalität hervor … Wuth des Orientalen …” (Othello von Shakespeare am K. K. Hoftheater, Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt, April 1823).

Ebenso von heute und von daskunst: Die Jagos führen Regie bei diesem teuflischen Spiel. Sie bringen einen Menschen nach oben, um ihn dann zu zerstören. Liebe ist eine Illusion romantischer Seelen. Moral spielt keine Rolle. Nur das Ziel haben die Jagos im Auge. “Jago haßt zuerst, die Gründe dafür scheint er später zu finden.” (Jan Kott). “The motive-hunting of a motiveless malignity.” (Coleridge). Jago verkörpert das Böse, das ohne Grund den Gründen des Bösen nachjagt. Das heißt nicht, dass Othello oder Desdemona Opfer sind; Jago erbringt den Beweis, dass die Welt aus Dummköpfen und aus Schuften besteht. Aber die Moral spielt nicht mit, alles nur eine Konstruktion der Menschen. Der Spieltrieb regiert – im gesamten Theater Nestroyhof – Hamakom.