WARUM DAS KIND IN DER POLENTA KOCHT

Fotos: daskunst

 

Frei nach dem Roman von Aglaja Veteranyi – Feb. 2009 – KosmosTheater Wien

 

Mit: Ivana Nikoliċ, Susanne Rietz, Eri Bakali, Oktay Güneş, Ulrike Hübl, Bernhard Mrak, Erdoğan Yildiz | ArtistInnen: Enno Ackermann, Markus Liszt, Marijan Raunikar, Christiane Ulreich | Regie: Aslı Kışlal | Produktion: Carolin Vikoler | Musik: Uwe Felchle | Animation: Bernhard Mrak | Video: David Nolan | Bühne: collabor.at | Licht: Joe Albrecht | Ton: Michael Winkler | gefördert von Wien Kultur

 

Eine rumänische Zirkusfamilie muss das Land verlassen, weil der Vater die Zirkuskassa gestohlen hat.

Die farbig verklärte Heimat von Zirkus und Wohnwagen trifft auf die harte Wirklichkeit des ständigen Fremd- und Unterwegsseins. Voller Illusionen ist die Familie den Verheißungen des Westens gefolgt und zerbricht wie eine Glasscherbe im Ausland.

“Wenn ich gewusst häte, was die Demokratie aus uns macht, wäre ich nie von zu Hause weg gegangen! sagt meine Mutter.” “Ein gebürtiger Ausländer hatte seine Schuhe verloren. Er hatte sie in seinem Haus liegenlassen und das Haus in einen Fluß geworfen. Oder hatte sich das Haus selbst hineingeworfen? Der gebürtige Ausländer ging von Fluß zu Fluß. Einmal fand er einen alten Mann unter Wasser mit einem Schild um den Hals: Hier Himmel! Der Ausländer fragte: Wie, Himmel? Der Alte zuckte die Achseln und zeigte auf das Schild. Das Haus tauchte dann wieder auf, aber an einem ganz anderen Ort. Und wahrscheinlich war es ein anderes, denn es konnte sich an die Schuhe des Ausländersnicht erinnern. Später verlor das Haus seine Tür.” (Aglaja Veteranyi)

 

“[…] Es ist eine Tragikomödie, die Regisseurin Kışlal entwickelt hat; eine ungewöhnliche, romantische Illusionswelt aus Zirkus-elementen, die mit realen gesellschaftlichen Bedingungen konfrontiert wird. Für Wien, wo mehr als dreißig Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen, leistet daskunst mit dieser künstlerisch außergewöhnlichen und thematisch brisanten Auseinandersetzung wertvolle und sehenswerte Kulturarbeit.”
(Julia Danielczyk, Die Furche, 26.2.09)

“[…] Das junge, internationale Ensemble von “daskunst” spielt höchst berührend. Wunderbar eingebettet sind die teils hochphilosophischen, oft humorvollen Kinderfragen, wie Kinder entstehen, ob das Essen im Ausland anders schmeckt […]”
(Heinz Wagner, Kurier, 26.2.09)

“[…] Das multinationale Theaterkollektiv daskunst bringt im Kosmos Theater eine Geschichte über Fremdsein und Sprachlosigkeit auf die Bühne. Die kindliche Erzählform mit bemalten Kartons, Tüchern, Schattenspiel und Jongleuren passt gut zur ersten Hälfte, in der die Gaukler noch Artisten und Träumer sein dürfen. […]”
(Bettina Hagen, Falter, 25.2.09)