EXPERIMENT MENSCH

Fotos: daskunst

 

Basierend auf dem Stanford-Prison Experiment – Mai 2008 – KosmosTheater Wien

 

Mit: Valentin Alfery, Hannes Bichel, Patrick Bongola, Orçun Çubukçu, Oktay Güneş, Michael Kristof, Bernhard Mrak, Susanne Rietz, Kari Rakkola, Erdoğan Yildiz | Regie: Aslı Kışlal | Produktion: Carolin Vikoler | Musik: Uwe Felchle | Video: David Nolan | Bühne: Michael Haller | Licht: Joe Albrecht | Ton: Michael Winkler | gefördert von Wien Kultur, BMUKK, Bezirk Wien Meidling

 

Donald Rumsfeld bezeichnete die sadistischen WärterInnen in Abu Ghraib als “nur ein paar faule Äpfel”.

Der Psychologe Philip Zimbardo widerspricht infolge seines Stanford Prison Experiments (1971) dieser Analyse und meint, dass die Mehrheit “normaler” Menschen, die solch einer Situation ausgesetzt werden, aggressiv-unterdrückerische Verhaltensweisen entwickeln.

Aber was sind Gründe für das Böse im Menschen? Woher kommt bei Menschen, die als “normal”, friedliebend und wenig sadistisch erscheinen, diese starke Bereitschaft zu Gewaltausübungen? Das Stanford Prison und das Milgram Experiment versuchten auf provokante Art dieses Phänomen in den 60ern / 70ern zu fassen, indem u. a. WissenschaftlerInnen in einem Scheingefängnis die Wärter und Gefangenen beobachteten, die aus einer durchschnittlichen Menschenmenge durch Zufallsprinzip auf die beiden Gruppen verteilt werden. Unter dem Projektnamen “Experiment Mensch” wollen daskunst, in enger Zusammenarbeit mit dem Institut der Gesellschaft zur Folterprävention, ebenfalls diesen Fragen auf den Grund gehen.

 

“[…] Das Ensemble spielt derart genial, dass die rasante Aufwärtsspirale von Gewalt trotz Verbots körperlicher Gewaltausübung bei gleichzeitiger Abwärtsspirale der Menschlichkeit sehr glaubhaft nachzuvollziehen ist. Nach den fast zwei Stunden macht sich arge Beklemmung breit. […]”
(Heinz Wagner, Kurier, 06.05.08)

“[…] Das zehnköpfige Ensemble hat mit viel Verve dieses sozialpsychologische Experiment in eine theatrale Form gebracht und mit enormer Spielfreude präsentiert. Nicht zuletzt die Aufsehen erregenden Einzeltaten der letzten Wochen lassen das Stück höchst aktuell erscheinen. […]”
(Julia Danielczyk, Die Furche, 21.05.08)